Akupunktur bei entzündlichen Darmerkrankungen – M. Crohn, Colitis Ulcerosa

Chronische entzündliche Darmerkrankungen können im Dünndarm und Dickdarm lokalisiert sein, nur die Darmschleimhaut oder auch die ganze Darmwand kann befallen sein. Die Patienten leiden typischerweise an Bauchschmerzen, chronischen Durchfällen und häufig auch Gewichtsverlust. Akute Entzündungsschübe können mit blutigem Stuhlgang und Fieber einhergehen. Bei chronischen entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kann die Akupunktur meist in Verbindung mit chinesischen Arzneikräutern eingesetzt werden. Die chinesische Arzneikräutertherapie ist inzwischen Teil der offiziellen Leitlinien der Schulmedizin für leichte bis mittelgradige Schübe der Erkrankung.  Zuerst wird sie meist zusammen mit der konventionellen Medizin eingesetzt. Konventionelle Medikamente können bei gutem Ansprechen auf die Chinesische Medizin reduziert werden. Durch Akupunktur, chinesische Arzneikräuter und Ernährungsempfehlungen lässt sich bei Colitis ulcerosa, Morbus Crohn & Co. nach unserer Erfahrung der langfristige Verlauf der Erkrankung erheblich bessern. Die Behandlung sollte durch einen in beiden Medizinsystemen erfahrenen Internisten erfolgen.

Wir glauben – der wesentliche Beitrag der Chinesischen Medizin bei entzündlichen Darmerkrankungen liegt in der Einsparung von Medikamenten und der Beseitigung von Folgeerkrankungen. 10–15 Akupunktursitzungen sind erforderlich, die je nach Erkrankungsverlauf und Ansprechen auf die Therapie wiederholt werden müssen.

Colitis ulcerosa Patientenbeispiel aus der Praxis Düsseldorf für Akupunktur und integrierte Medizin Düsseldorf, Dr. G. Böwing

Anamnese: Frau H., 45 Jahre, Mutter von 2 Kindern, ist blass, müde, antriebsarm. Nun klagt sie über seit 10 Tagen bestehende krampfartige Schmerzen im linken Unterbauch mit blutigen Stühlen und Durchfall. Jeweils im Frühjahr und Herbst der letzten 12 Jahre leidet sie an dieser sie völlig schwächenden Erkrankung. Alles begann während ihrer ersten Schwangerschaft. Der Facharzt für Magen- und Darmleiden diagnostiziert eine Colitis Ulcerosa. Unter einer Kortison- und, Salizylattherape, zeitweise im Krankenhaus mit intravenöser Ernährung, klingen die Beschwerden jeweils nach 4 Wochen ab. Die Erkrankung und die Therapien schwächen Frau H. aber so stark, dass sie versucht, sich mit Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten zu helfen – erfolglos. Nun will sie kein Kortison mehr und bittet um eine Therapie mit Chinesischer Medizin und Akupunktur. Diagnose: Die Verdauungsorgane, die Mitte des Menschen, sind erkrankt und aus dieser chinesischen Sichtweise erklärt sich die allgemeine Schwäche der Patientin. Therapie: Da es sich um einen entzündlichen Colitis-ulcerosa-Schub handelt, leiten wir zuerst die Hitze aus dem Dickdarm. So genannte Alarmpunkte und den Dickdarm sedierende Punkte werden mit ableitender Akupunkturtechnik gestochen. Die Patientin reagiert auch für uns erstaunlich schnell. Schon nach 2 Sitzungen ist die akute Entzündung gestoppt, die Bauchkrämpfe und der blutige Stuhl verschwinden. In den folgenden 13 Sitzungen konzentrieren wir uns auf die Stärkung der durch die chronische Erkrankung geschwächten Mitte – das Erdelement mit den Organen Milz/Pankreas und Magen sowie der Dickdarm werden tonisiert. Zusätzlich setzen wir Moxibustion, chinesische Arzneikräuter und eine chinesische Ernährungstherapie ein. Verlauf: Beschwerdefrei ist Frau H. nach 2 Sitzungen, aber nach 15 Sitzungen verschwinden auch Müdigkeit, Antriebsarmut und Kraftlosigkeit. Sie kann wieder mit neuer Motivation und Kraft ihr Leben in die Hand nehmen, ihre Mitte ist wieder gesund. Nicht wie früher bereits nach 5 Monaten, sondern diesmal erst nach 1 ½ Jahren kommt ein erneuter Colitis-Schub. Wir behandeln mit gleicher Therapie und gleichem Ergebnis. Bis heute ist die Patientin beschwerdefrei.