Spinalkanalstenose - welche Behandlungsalternativen gibt es?

Patienten mit einer Spinalkanalstenose  suchen uns in unser Privatpraxis in Düsseldorf  oft mit der Bitte um eine Zweitmeinung  auf. “Habe ich wirklich eine Spinalstenose? Muss ich mich operieren lassen?  Ist es gefährlich, wenn ich mich bei einer im Kernspin  dargestellten Verengung des Spinalkanals nicht operieren lasse? Welche Behandlungsalternativen gibt es zu einer Operation der Spinalkanalstenose? Kann eine Axomera Therapie bei der Spinalkanalstenose helfen? "  Um diese Fragen zu klären, muss man zuerst durch eine genaue klinische Untersuchung prüfen, ob die Beschwerden tatsächlich durch eine Spinalkanalstenose verursacht sind.

Was sind die Ursachen einer Spinalkanalstenose?

Die Hautpursache der Spinalkanalstenose ist ein altersbedingter Verschleiß der Wirbelsäule. Degenerative Veränderungen können eine Verengung des Wirbelkanals verursachen. Hier sieht man:

  • eine vorgewölbte Bandscheiben
  • vergrößerten Wirbelgelenke (Facettengelenke)
  • kleine knöcherne Auswüchsen (Spondylophyten), die in den Wirbelkanal hinein ragen
  • verdickte Wirbelbändern
  • Verschiebung der Wirbelkörper bei einer Überbeweglichkeit (Spondylolisthese) oder eine Verkrümmung der Wirbelsäule (Skoliose)

Was sind die typischen Symptome einer Spinalkanalstenose?

Tatsächlich ist eine Verengung der Wirbelsäule ist in vielen Fällen (21%) völlig symptomlos. Trotz einer Spinalstenose ist man beschwerdefrei. Deswegen behandelt man eine Spinalkanalstenose nur dann, wenn sie auch klinisch Beschwerden macht. Die typischen Beschwerden bei einer Spinalstenose sind:

  • Die Gehstrecke ist verkürzt.
  • Es bestehen Schmerzen beim Gehen oder Stehen im unteren Rücken, dem Gesäß und beiden Oberschenkeln.
  • Die Schmerzen lassen nach, wenn man sich hinsetzt und den Oberkörper nach vorne beugt.
  • Im Liegen oder Sitzen hat man weniger oder keine Schmerzen
  • Sehr Selten tritt eine Störung der Sexualfunktion, des Stuhlgangs und des Wasserlassens auf. Achtung - dies ist ein Notfallzeichen, hier muss in der Regel sofort operiert werden.

Die meisten Patienten sind also in einem fortgeschrittenen Lebensalter. Sie berichten von Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, im Gesäß und meist in beiden Oberschenkeln, immer dann, wenn Sie einige Meter gehen. “Die Beine werden schwer”.  So haben manche Patienten nur noch eine Gehstrecke von 100 Metern oder weniger. Dann hat man das Bedürfnis sich zu setzen, am besten in einer vorn über gebeugten Haltung, und nach wenigen Minuten lässt der  Schmerz nach.  Der Schmerz tritt also immer  im Stehen und Gehen auf und lässt in Ruhe wieder nach. Patienten mit Spinalkanalstenose haben meist keine Beschwerden im Sitzen und im Liegen. Bei einer einseitigen Spinalstenose kann der Schmerz nur in ein Bein, manchmal auch  bis zum Fuß ausstrahlen. Dann ähnelt er einer Ischialgie.

Braucht man zur Diagnose eine Kernspinaufnahme  ?

Mit einer Kernspinaufnahme lässt sich die Verengung des Spinalkanals sehr gut darstellen. Eine Spinalstenose der Lendenwirbelsäule (LWS) findet sich meistens zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbelkörper (LWK 4 und LWK 5); oft auch wischen dem 5 Lendenwirbelkörper und dem ersten Kreuzbeinwirbel (S1). An der Halswirbelsäule sind ebenfalls die unteren Wirbelkörper am häufigsten von einer Spinalstenose betroffen. Mit der Kernspinaufnahme oder einem CT  kann man erkennen, ob die Spinalkanalstenose durch alterungsbedingten Verschleiß, durch ein Wirbelgleiten, oder durch eine Skoliose (Verkrümmung)  verursacht ist. Man muss jedoch vorsichtig sein.  Oft sind Verengungen des Spinalkanals ohne klinische Bedeutung. Die Patienten haben keinerlei Beschwerden trotz einer im Kernspin (MRI) sichtbaren Stenose.

Soll ich mich bei einer Spinalkanalstenose operieren lassen?

Die Operation der Spinalkanalstenose ist die häufigste Wirbelsäulenoperation bei Patienten über 65 Jahren. Dass durch eine Erweiterung des Spinalkanals der eingeengte Nerv befreit und somit eine Besserung der Beschwerden erreicht wird, scheint zunächst plausibel. Tatsächlicg ist ein etwaiger Vorteil einer Operation gegenüber einer konservativen Therapie bisher nicht durch gute Studien sicher bewiesen. Wohl aber besteht bei jeder Operation ein erhöhtes Risiko, wie Blutung, Infektion und Narbenbildung mit Schmerzverstärkung. Deshalb muss sehr gründlich abgewogen werden, ob eine Operation wirklich schon erforderlich ist. Möglicherweise zeigen Operationen innerhalb der ersten 2-6 Jahre etwas bessere Ergebnisse. Auch scheint eine Operation mehr zu helfen, wenn hauptsächlich ein einseitiger Beinschmerz besteht. Interessanterweise ist “Nichtraucher” ein prognostisch günstiger Faktor für den Erfolg einer Operation. Aus all diesen Gründen, sollte deshalb eine Operation nur dann erfolgen,

  • wenn alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.
  • eine Notfallsituatio vorliegt (Störung der Sexual- und Ausscheidungsfunktionen. Dies ist äußerst selten der Fall.)

Als Operationsmethode wird meist ein minimal invasiver Eingriff vorgenommen, bei dem eine so genannte Fensterung des Wirbelkörpers erfolgt, um den Spinalkanal zu erweitern. Daneben gibt es instrumentierte Operationsmethoden, bei denen Wirbelkörper durch Einbringung von Schrauben und Platten miteinander versteift werden. Letztere sind mit einem erhöhten Operationsrisiko verbunden. Ein Vorteil dieser Methode konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Ein weiteres Verfahren ist das Einsetzen eines sogenannten Spacers. Dies ist eine vergleichsweise kleine Operation, oft mit anfangs guten Ergebnissen, jedoch muss später in einigen Fällen nachoperiert werden.

Kann eine Spinalkanalstenose gefährlich sein?

Eine Spinalkanalstenose kann in ganz seltenen Fällen zu einer Lähmung der Beine und der Blasen- und Mastdarmfunktion führen. Es ist keinesfalls ein Argument, sich vorbeugend operieren zu lassen.

Können die Beschwerden bei einer Spinalkanalstenose auch ohne Therapie wieder besser werden?

Bei einem drittel bis zur Hälfte aller Fälle - zeigt die Spinalkanalstenose einen günstigen Verlauf. Die Beschwerden der Spinalkanalstenose verschlechtern sich nicht, sondern verbessern sich tatsächlich. Gut 20% der Menschen haben einen verengten Wirbelkanal und sind völlig beschwerdefrei. Und so kann auch eine schmerzhafte Spinalkanalstenose sich wieder zurückentwickeln in eine schmerzlose Spinalkanalstenose. Das zeigt, dass die Beschwerden sich auch ohne eine Operation wieder soweit bessern können, dass man beschwerdefrei werden kann.

Welche Behandlungsalternativen gibt es bei einer Spinalkanalstenose ?

Normalerweise werden Schmerzen bei Spinalkanalstenose mit Schmerzmitteln, entzündungshemmenden Mitteln, oft auch  Cortisontabletten oder Cortisoninjektionen therapiert. Zusätzlich erfolgt eine Physiotherapie. Hierdurch kann vorübergehend eine Besserung errecht werden. Da dieses begrenzte konservative Therapieangebot oft keinen nachhaltigen Erfolg zeigt, setzen wir in unserer Praxis in Düsseldorf als Therapiealternative bei der Spinalstenose die Akupunktur und vor allem die Axomera Therapie ein. Bei der Akupunktur sind in der Regel 10-15 oder auch mehr Therapiesitzung erforderlich. Bei der Axomera Therapie sieht man eine Wirkung  schneller, meist schon innerhalb von  2-6 Behandlungen.

Patientenbeispiel - Axomera Behandlung bei einer Spinalstenose

In der Praxis stellt sich ein 78-jähriger Patient vor: „Seit zwei Jahren kann ich nicht weiter als 50 Meter  laufen. Dann schmerzen die Oberschenkel und meine Beine werden kraftlos. Ich muss mich auf eine Bank setzen. Nach einigen Minuten erholen sich die Beine und es geht wieder, aber nur für ein paar Meter.  Glauben Sie Herr Doktor, ich kenne jede Bank hier in der Stadt.“

Die Kernspin-Aufnahmen zeigen eine  schwere, altersbedingte Verengung des Wirbelkanals, was die Verkürzung der Gehstrecke erklärt. Seit zwei Jahren wurde der Patient mit niedrigdosiertem Cortison, entzündungshemmenden Schmerzmitteln sowie Krankengymnastik behandelt. Die Besserung war jedoch nicht ausreichend und die Lebensqualität massiv eingeschränkt, so dass jetzt eine Operation im Raum stand. Diese aber wollte der Patient vermeiden, sodass er sich für eine Axomera Therapie entschied. Nach der zweiten Behandlung betrug die Gehstrecke 500 Meter, nach dritten Behandlung 1000 Meter.  Das Stehen schmerzte immer noch und nahm erst mit der sechsten Axomera Behandlung ab. Die Kraftlosigkeit der Beine besserte sich in den darauffolgenden drei Monaten. Der Patient stellt sich alle 3 Monate zur Kontrolle vor, um bei einer Veränderung des Krankheitsbildes ggfs. erneut zu behandeln, um eine Operation weiterhin möglichst vermeiden zu können

Worauf muss ich bei einer Physiotherapie der Spinalkanalstenose achten?

Bei einer Physiotherapie der Spinalstenose sollten Sie darauf achten, dass diese zuerst schmerzangepasst sanft erfolgt.  Bei einer Spinalstenose ist die schmerzhafte Muskulatur oft verspannt und verkürzt.   Deshalb sind meist Dehnübungen unter Anleitung eines erfahrenen Krankengymnasten sinnvoll. Diese sollten auch zu Hause selbstständig weitergeführt werden. Wenn es bei chronischen Schmerzen häufig zu einer so genannten Verklebung der Faszien kommt,  dann ist eine Manualtherapie und eine Faszientherapie zu empfehlen. Bei schmerzhafter Verspannung der Muskulatur wird auch eine Wärmetherapie eingesetzt.

Literatur

Interspinous spacer versus traditional decompressive surgery for lumbar spinal stenosis: a systematic review and meta-analysis. Wu AM, et al. PLoS One. 2014 May 8;9(5):

Pearson A, Blood E, Lurie J, et al. predominant leg pain is associated with better surgical outcomes in degenerative spondylolisthesis and spinal stenosis: results from the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT). Spine 2011;36:219-29.

Pearson A, Lurie J, Tosteson T, et al. Who should have surgery for spinal stenosis? Treatment effect predictors in SPORT. Spine 2012;37:1791-802.

Lurie JD, Tosteson TD, Tosteson A, et al. Long-term outcomes of lumbar spinal stenosis: eight-yea results of the Spine Patient Outcomes Research Trial (SPORT). Spine 2015;40:63-76.

Lurie, Jon, und Christy Tomkins-Lane. „Management of Lumbar Spinal Stenosis“. BMJ, 4. Januar 2016, h6234. https://doi.org/10.1136/bmj.h6234.
Letzte Änderung: von Dr.med. Gabriele Böwing
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