Akupunktur bei HWS-Syndrom und Spannungskopfschmerz

HWS-Syndrom, oberes Halswirbelsyndrom, Spannungskopfschmerzen äußern sich durch dumpfe, allmählich auftretende und über Stunden anhaltende Kopfschmerzen, die typischerweise vom Nacken ausgehend bis in die Stirn ausstrahlen. Der Schmerz wird als quälender Druck empfunden, ähnlich einem um den Kopf gespannten Stahlband. Anhaltende Schreibtischarbeit, Lesen mit nach vorn gebeugtem Kopf, Schreibarbeiten am PC, aber auch emotionale psychische Anspannung fördern seine Entstehung. Spannungskopfschmerzen steigern sich nach Häufigkeit und Schmerzintensität meist im Laufe von Monaten und Jahren: Anfangs selten, kann der Patient später täglich daran leiden. Oft entsteht daraus auch ein migräneartiger Kopfschmerz: halbseitiger Kopfschmerz mit Übelkeit bis zum Erbrechen und der Unfähigkeit zu arbeiten.

Beim Schulterarmschmerz kommt es im Bereich der oberen Halswirbelsäule zu Irritationen von Nervengeflechten, die den Nacken, die Schulter und den Arm versorgen. So entstehen Schmerzen, die bis in die Hand ausstrahlen können. Häufig kommt es auch zur Schmerzausstrahlung bis in die obere Brustwirbelsäule hinein. Meistens lokalisieren sich die Schmerzen dann direkt neben dem Schulterblatt. In den meisten Fällen entstehen die Nervenreizungen durch entzündete, verhärtete und Verspannte Nackenmuskulatur und durch in Mitleidenschaft gezogene Muskelfaszien. Ein Bandscheibenvorfall ist nur selten die Ursache. Dieser geht meist einher mit einer Schwäche der Arm und Handmuskulatur. Ein Bandscheibenvorfall muss nicht immer operiert werden, allerdings ist in manchen Fällen auch von Notfallsituation auszugehen, bei der möglichst schnell, der Nervenkanal durch eine Operation entlastet werden muss. Zur Diagnostik gehören deshalb die Kernspintommographie und die neurophysioloigsche Untersuchung.

Entscheidend ist es, die schmerzhaften Areale im Nacken exakt zu lokalisieren. Zusätzlich zu den Ah-shi Punkten setzen wir in der Praxis in Düsseldorf mehrere Akupunkturpunkte in der näheren Umgebung der schmerzhaften Areale. Dr. Böwing: „ergänzt wird die Akupunktur bei Spannungskopfschmerz und Schulterarmschmerz  durch lokale Akupunkturpunkte sowie mehrere Fernpunkte am Unterarm, an der Hand und am Fuß.“.

Spannungskopfschmerz – Patientenbeispiel aus der Praxis Dr. G. Böwing und Prof. A. Molsberger, Düsseldorf

Anamnese: Seit Herr D., 42 Jahre, vor 1 ½ Jahren wegen einer akuten Blinddarmentzündung operiert wird, hat er täglich Kopfschmerzen. Täglich nimmt er 3–8 Aspirin-Tabletten. Nur selten bringen sie Linderung. Ein Internist, ein Orthopäde und auch ein Neurologe behandeln ihn – jedoch erfolglos.

Diagnose: Bei der Untersuchung des Nackens findet sich ein Druckschmerz an beiden Seiten des Hinterkopfs, wo die Nackenmuskulatur an der Hinterhauptsschuppe ansetzt. Durch Reizung dieser Punkte lässt sich der typische Kopfschmerz, ein ausstrahlender Schmerz über die Schläfe in die Stirn, provozieren.

Therapie: Die Behandlung besteht in der Nadelung der druckschmerzhaften Ah-Shi-Punkte. 3 Nadeln werden hier eingesetzt. Zusätzlich erhält Herr D. Nadeln im Nacken. Während wir die Nadeln an den Ah-Shi-Punkten nach stärkerer Stimulation nach 5 Minuten wieder entfernen, bleiben die anderen 20 Minuten liegen. Anschließend werden 2 Punkte am Unterarm gestochen und kräftig stimuliert. Dabei bewegt Herr D. den Nacken so, wie es normalerweise schmerzhaft für ihn ist.

Verlauf: Von Sitzung zu Sitzung nehmen die Beschwerden ab. Nach der 10. Behandlung ist Herr D. schmerzfrei. Vermutlich kam es bei der Operation zu einer chronischen Verspannung der Nackenmuskulatur – wie dies nach manchen Narkosen, bedingt durch die lange Operationsdauer oder bestimmte Lagerung des Kopfs, zu beobachten ist. Die Beschwerdefreiheit hält nunmehr seit über 10 Jahren an.

Die NSM-Neurostimulation bei Nackenschmerz und Kopfschmerz – eine neue Therapie entwickelt aus der Akupunktur und Neurophysiologie

In den letzten Jahren haben wir aus unserer Erfahrung mit der Akupunktur und neuen Erkenntnissen der elektrischen Zellphysiologie die Neurostimulation nach Molsberger, genannt die NSM-Therapie entwickelt. Diese Therapie wird oft in Kombination mit der Akupunktur eingesetzt und die Therapieerfolge sind bereits innerhalb von ein bis zwei Behandlungen erkennbar und oft verblüffend, wie viele Patientenbeispiele zeigen. Für den Patienten ähnelt die NSM-Therapie einer Akupunktur, sie ist jedoch technisch völlig anders und medizinisch aufwendiger und dauert 30 Minuten. Das Verfahren beschleunigt den Besserungsverlauf der Akupunktur oft ungemein, so dass eine Schmerzlingerung schneller erreicht wird und insgesamt weniger Therapiesitzungen erforderlich sind. Weitere Informationen zur NSM-Neurostimulation finden Sie auf dieser Website hier.

Informationen zu Kosten, Kostenerstattungen und unseren kostenfreien pro bono Programmen finden Sie hier.