Akupunktur bei Erkrankungen der Atemwege, bronchopulmonale Störungen

Akupunktur bei Bronchitis, Lungenentzündung

Die Bronchitis, besonders die chronische Bronchitis, ist eine Erkrankung, bei der man an Akupunktur denken sollte. Wenn die Bronchitis schon über Jahre besteht und kleinste körperliche Belastungen oder (krankheitsfördernde) Reize zum Aufflackern der Beschwerden führen, bleibt in der westlichen Medizin nur die symptomatische Therapie, die die Erscheinungsform der Krankheit, nicht aber deren Ursache behandelt.

In der TCM hingegen erkennt man in den Symptomen einer chronischen Bronchitis oft eine energetische Schwäche der Lunge, eventuell begleitet von einer energetischen Schwäche der Milz oder auch der Niere. Dann ist eine kausale Therapie durch Stärkung der entsprechenden Organe möglich. Dies geschieht durch Akupunktur und Moxibustion, eventuell auch durch Ernährungstherapie.

Besondere Bedeutung bei der Akupunkturtherapie der Bronchitis hat neben lokalen und immunstimulierenden Punkten auch der so genannte Meisterpunkt der Atmungsorgane Ren 17. Der Punkt Ren 17 liegt über dem Brustbein in Höhe der 4. Rippe, etwa auf Höhe der Brustwarzen. Er hilft bei vielen Erkrankungen der Atmungsorgane, und interessanterweise liegt er genau dort, wo man normalerweise Heileinreibungen, zum Beispiel mit ätherischen Ölen, bei Lungenerkrankungen vornimmt. Zusätzlich bewirkt die Akupunktur eine Verflüssigung des oft zähen Schleims, was das Abhusten erleichtert.

Akupunktur bei Allergien und Heuschnupfen

In Deutschland leiden 12 Millionen Menschen an einer Allergie. Die Symptome sind: verstopfte Nase, Niesanfälle, Fließschnupfen oder entzündete Augen. Bei 40 Prozent der Allergiker kommt Asthma hinzu und sie leiden unter Schlafstörungen und Kopfschmerzen. Dabei sind es lediglich 6 Pollenarten (Hasel, Erle, Birke, Gräser, Roggen und Beifuß), die bei 90 Prozent die Allergien auslösen. Betroffen sind die Beteiligten meist von März bis Oktober.

Neuere wissenschaftliche Arbeiten aus Hongkong und Deutschland bestätigen hier unsere Erfahrungen. Diese kontrollierten Studien zeigen, dass sich die Symptome und die Lebensqualität nach einer Akupunkturbehandlung signifikant bessern. Die Anzahl symptomfreier Tage erhöht sich. Dies bestätigen ebenso die Ergebnisse der großen Studie der Techniker Krankenkasse zur Allergie wie auch neueste tierexperimentelle Ergebnisse – hier dämpfte die spezifische Akupunktur Entzündungsreaktionen an den Bronchien (Bronchitis).

Bei saisonbedingten Allergien sollte man möglichst 2–3 Monate vor Beginn der Erkrankung mit der Therapie anfangen – also meist im Januar. Normalerweise sind 8–15 Sitzungen erforderlich, wobei dieser Zyklus bei Bedarf im nächsten und übernächsten Jahr wiederholt werden muss. Nach unserer Erfahrung bessern sich zuerst das Asthma und das Auge, dann die gereizte Nase.

Unsere positiven Erfahrungen mit über 7000 Akupunkturbehandlungen bei Allergikern gehen über diese wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus. Hiernach sollte bei jedem Allergiker ein Therapieversuch mit Akupunktur erfolgen. Wir erzielen die besten Ergebnisse bei Kindern und jungen Erwachsenen. Chinesische Syndrome, die bei der Allergie meist eine Rolle spielen, gehören zur Lunge, zum Milz/Pankreas und zur Leber. Deshalb gibt man zusätzlich zu wichtigen Lokalpunkten, die je nach Krankheitsbild gewählt werden, immer auch Punkte dieser Organe hinzu. Wichtig ist hierfür eine genaue chinesische Diagnostik.

Akupunktur bei Infektanfälligkeit, Abwehrschwäche, Erkältung, Chronische Infektanfälligkeit

Treten öfters pro Jahr Infekte verschiedener Organe auf, spricht man von chronischer Infektanfälligkeit. Am häufigsten betroffen sind die Atemwege mit Nase, Rachen und Bronchien, wobei die Atemwege entweder austrocknen oder verschleimen. Aus chinesischer Sicht handelt es sich bei Infektanfälligkeit um eine Schwäche der Abwehrenergie, des Wei Qi, was den Erregern ermöglicht, von außen mit der Zeit in die Tiefe des Körpers einzudringen. Dies führt dann zu kaltem oder heißem Schleim in der Lunge. Antibiotika helfen zwar meist kurzfristig, aber sie schließen nach chinesischer Auffassung die Kälte im Körper ein. Hieraus erklärt sich die zunehmende Anfälligkeit für die nächste Erkältung. 10–15 Akupunkturbehandlungen sind nach unserer Erfahrung erforderlich, die bei schweren Verläufen eventuell zu wiederholen sind. Wichtig kann  der Einsatz von chinesischen Arzneikräutern sein.

Chronische Infektanfälligkeit Patientenbeispiel aus der Praxis Düsseldorf für Akupunktur und integrierte Medizin Düsseldorf, Dr. G. Böwing

Anamnese: Seit Eintritt ins Berufsleben leidet Frau K., eine 35-jährige Juristin, unter chronischen, meist fieberhaften Infekten – Halsschmerzen mit Mandelentzündungen, dazu Blasenentzündungen und lästige teigige Hautunreinheiten. Am schlimmsten aber sind die immer wiederkehrenden Bronchitiden mit chronischem Husten, der die Patientin jedes Mal auch unter Antibiotikatherapie über Monate quält.

Diagnose: Allgemeine Wei-Qi-Schwäche mit heißem Schleim in der Lunge ist hier das chinesische Syndrom. Zur Lunge gehört hier auch die Haut und eine Schleimbildung führt somit sowohl zur Bronchitis wie auch zu Hautunreinheiten.

Therapie: 12 Akupunktursitzungen mit abwehrstärkenden Punkten wie dem Punkt Dickdarm 11 sowie der chinesischen Arzneikräuterrezeptur »Jade Windschutz Pulver« beenden die Infektanfälligkeit. Seit zwei Jahren ist die Patientin vollständig beschwerdefrei.

Akupunktur bei Lungenasthma, Asthma bei Kindern

Allergisch oder infektiös bedingtes Lungenasthma ist eines der bekanntesten Anwendungsgebiete der Akupunktur. Bei Erwachsenen zielt die Behandlung auf Unterbrechung des akuten Asthmaanfalls und die Reduzierung der notwendigen Medikamente beim chronischen Asthma und völlige Heilung.

Bei Kindern lässt sich Asthma durch Akupunktur häufig ausheilen. Allerdings sollte diese Krankheit, deren Entwicklung oft schwer voraussehbar ist und bei der die akuten Anfälle lebensbedrohlich werden können, mit Akupunktur nur von einem Arzt behandelt werden, der sowohl in der westlichen als auch in der chinesischen Therapie dieser Erkrankung erfahren ist.

Die Behandlung des akuten Asthmaanfalls zeigt, wie schnell und drastisch eine Beschwerdebesserung mit Akupunktur zu erzielen ist. Wie immer bei akuten Erkrankungen muss beim akuten Asthmaanfall der Akupunkturpunkt mit der Nadel stimuliert werden. Meist dauert es zwischen 2 und 4 Minuten, bis der Patient wieder normal atmen kann. Die Tatsache, dass der akute Asthmaanfall gehäuft morgens zwischen 3 und 5 Uhr auftritt, weist auf die Bedeutung der chinesischen Organzeiten hin.

Auch langwierige Akupunkturtherapien lohnen sich für den Patienten, wenn sein Gesamtbefinden sich bessert und die täglich einzunehmenden Medikamente, zum Beispiel Kortikoide und andere, die häufig auch Herz und Kreislauf belasten, reduziert oder gar abgesetzt werden können.

Die Behandlung des chronischen Asthmas versucht, die von Patient zu Patient sehr unterschiedlich verschobenen Energieverhältnisse harmonisierend auszugleichen.

 

Akupunktur bei Nasennebenhöhlenentzündung

Die Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann die Komplikation eines gewöhnlichen Schnupfens sein. Zeichen einer akuten Nebenhöhlenentzündung sind chronischer Kopfschmerz mit Druckgefühl in Oberkiefer und Stirn, Fieber und Krankheitsgefühl, zuweilen auch Übelkeit. Leider neigen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen zu chronischen Verläufen, die sich trotz hochdosierter Antibiotikagabe über Monate hinziehen. Besteht erst einmal eine Anfälligkeit dafür, so treten sie häufig immer wieder auf.

Hier ist die Akupunktur eine interessante Therapiealternative. Bei chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen ist von 5–15 Sitzungen auszugehen.